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Landschaftspflegeverband "Thüringer Grabfeld" e.V.

Flächenverwaltung mit GIS
Was ist ein Geographisches Informationssystem (GIS)?
 
Unter einem GIS-Projekt versteht man alles, was für digitales raumbezogenes Arbeiten notwendig ist. Also Hardware, Software und vor allem Daten und Organisationsformen. (www.gis-tutor.de)
Ein GIS kann u.a. verschiedene georeferenzierte Kartenwerke in ein geographisches Koordinatensystem einpassen und in Ebenen gleichzeitig
darstellen. Zusätzlich können vom Anwender Objekte (z.B. Flächen) erzeugt werden und über die Karten angelegt werden. Diese werden in sog. Ebenen (Layern) verwaltet.
Objektdaten können in einer Tabelle (Sachdatentabelle, Datenbank) erfasst und ausgewertet werden.
 
Vorteile eines geographischen Informationssystems (GIS) 
 
Der Stellenwert eines GIS liegt in der Genauigkeit der Daten, die von diesem geliefert werden können. Anhand von Rasterdaten lassen sich die vorhandenen betrieblichen Daten überprüfen und ergänzen. Rasterdaten sind speziell aufbereitete Karten (Luftbilder, Katasterkarten, topographische Karten usw.), die vom Computerprogramm lagegerecht dargestellt werden können.
 
 
 

 
Aufbau eines digitalen Meliorationskatasters

In den 1970er und 1980er Jahren wurden im Verbandsgebiet großflächige Meliorationsmaßnahmen durchgeführt. Um eine ertragssteigernde Bewirtschaftung zu ermöglichen, wurden im Rahmen der Melioration vernässte Flächen trockengelegt und unwegsames Gelände urbar gemacht. Der Neubau, die Unterhaltung und Instandhaltung landwirtschaftlicher und forstwirtschaftlicher Meliorationsanlagen wurde den eigens dafür gegründeten Meliorationsgenossenschaften und -kombinate, eine Art Dienstleister für die landwirtschaftlichen Betriebe (z.B. LPG), übertragen.
Nach der Auflösung dieser Einrichtungen in den 1990er Jahren wurden die Instandhaltungsarbeiten an den Meliorationsanlagen eingestellt. Infolge dessen verstopfen die Dränagesysteme, was zu einer Wiedervernässung der Flächen führt.

Daher traten die landwirtschaftlichen Betriebe an den LPV heran und baten diesen um Unterstützung. Um die unterirdischen Meliorationsanlagen instand setzen zu können, musste zunächst die örtliche Lage bestimmt werden. Dies ist mit den Bestandskarten möglich, welche von den Meliorationsbaugenossenschaften angefertigt wurden. Es stellte sich heraus, dass die in den Betrieben vorliegenden Meliorationsunterlagen unvollständig sind und vorwiegend aus Planunterlagen bestehen. Hinzu kommt, dass ein Großteil der Unterlagen im Zuge der Betriebsauflösungen verloren ging.
Seit ca. fünf Jahren beschäftigt sich der LPV mit dem Aufbau eines digitalen Meliorationskatasters. Eines der größten Probleme stellt die Beschaffung der Bestandskarten dar.

Von der Bestandskarte zum Meliorationskataster

  1. Beschaffung des Kartenmaterials
Zunächst wurden die Bestände aus den Archiven ehemaliger Meliorationsbaubetriebe, landwirtschaftlicher Betriebe und dem Liegenschaftsamt nach Bestandskarten durchsucht.

  1. Einscannen der Bestandskarten
Die Bestandskarten der Meliorationsbauwerke wurden eingescannt und in einem für die Weiterbearbeitung notwendigen Format (.tif oder .jpg) abgespeichert. Anschließend wird die Datei in eine einfarbige Grafik konvertiert.

  1. Georeferenzierung der Karten
Um die Grafik mit Koordinaten zu hinterlegen, wird diese mit Hilfe eines Georeferenzierungsprogramms den entsprechenden X- und Y-Werte (Gauß- Krüger Koordinatensystem) zugeordnet. Die vorliegenden Bestandskarten werden in dem Maßstab bearbeitet, indem sie vorliegen (größtenteils 1:2500). Zunächst werden die bekannten Koordinaten (Rechts- und Hochwert) der auf der Grafik befindlichen Eck- und Passpunkte eingeben. Dazu werden die Bestandskarten der jeweiligen Katasterkarte (bzw. Liegenschaftskarte) zugeordnet und so entzerrt, dass die abgebildeten Linien der jeweiligen tatsächlichen räumlichen Lage möglichst nahe kommen. Eine ganz genaue Festlegung auf ihren geographischen Standort wäre nur über eine Vermessung mit Präzisionsinstrumenten erreichbar.

  1. Verwendung im GIS
Die georeferenzierten Karten können nun in jedem beliebigen GIS – Programm (z.B. PolyGis, ArcView) eingelesen und mit Luftbildern, Topographischen Karten oder Katasterkarten hinterlegt werden.
Das digitale Meliorationskataster eignet sich zur örtlichen Feststellung von Meliorationsbauwerken für Instandhaltungsmaßnahmen sowie anderen Arbeiten auf der Fläche.

Melioration und Gewässerentwicklung

Im Zuge der Modellbewirtschaftung im Rahmen der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie übernahm der LPV die ökologische Bauüberwachung beim Modellvorhaben Flussgebietsmanagement Rodachtal – Verlegung der Rodach.
Um den ökologischen Zustand der „Rodach“ zu verbessern, wurde ein ca. 400 m langer Abschnitt in sein ursprüngliches Bachbett verlegt. Der LPV koordinierte gemeinsam mit dem federführenden Ingenieurbüro die Renaturierungsarbeiten.
Die bauausführende Firma wurde zu Beginn der Maßnahme seitens des LPV darauf hingewiesen, dass ein Teil der Wiesenflächen, in dem das neue Bachbett entstehen sollte, melioriert wurde. Da die Bestandspläne für diesen Bereich bereits in das GIS – Programm des LPV eingebunden waren, konnte die genaue Lage der Dränagen bestimmt werden. Daher war es möglich, den Sammler des vorhandenen Meliorationssystems an den renaturierten Gewässerabschnitt der „Rodach“ anzubinden, ohne das bestehende System zu schädigen.
Vor allem die Nutzer der an das Gewässer angrenzenden Flächen lehnen oftmals Maßnahmen zur Unterstützung eigendynamischer Prozesse ab. Neben der Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Nutzflächen (durch Landabtrag) werden Schädigungen an vorhandenen Meliorationssystemen (Verstopfung) aufgrund der sich verändernden Gewässersohle befürchtet.

Lösungsvorschläge seitens des LPV

Um ein Verstopfen der Dränagen zu vermeiden, empfiehlt sich die Integration vorhandener Einläufe in die geplanten Bauwerke, welche einen gewundenen Gewässerverlauf initiieren sollen. Erfahrungen haben gezeigt, dass das Vorhandensein planungsrelevanter Unterlagen (u.a. Bestandskarten der Melioration) von Vorteil ist. Einerseits bilden diese die Argumentationsbasis gegenüber dem Landnutzer und andererseits erleichtern sie die Detailplanung.
(Beispiel: Bestandskarte Drainung Gem. Seidingsstadt)
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