ENL-Projekt "Unterstützung der Wiederbesiedlung des Thüringer Grabfeldes durch den Steinkauz"
 
 
Der Landschaftspflegeverband "Thüringer Grabfeld" e.V. betreut sei dem 01.04.2012 das Projekt "Unterstützung der Wiederbesiedlung des Thüringer Grabfeldes durch den Steinkauz". Dieses wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm "Entwicklung von Natur und Landschaft" gefördert. Die Fördermittel werden von
der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.

Der Steinkauz (Athene noctua) gilt als Leitart der offenen Kulturlandschaft, besonders in Streuobstwiesen und Kopfweidenreihen. In weiteren Teilen Mitteleuropas sind die Populationen im Rückgang begriffen, vom Aussterben bedroht oder schon ganz verschwunden.

Der Rückgang des Steinkauzes setzte in Südthüringen schon in den 1970er Jahren ein und verlief sehr rasch. Bis Anfang der 1980er Jahre gab es noch vereinzelte Nachweise im Heldburger Unterland. Danach verschwand die Art, wie in vielen Regionen Deutschlands, gänzlich.



Umso erfreulicher ist die Wiederbesiedlung des Thüringer Grabfeldes seit ca. 5 Jahren. Im Jahr 2007 konnten erstmals wieder mehrere Bruten im Thüringer Grabfeld nachgewiesen werden. Die Steinkäuze besiedeln hier angebotene Brutröhren in Streuobstwiesen. Initiator für das Ausbringen der Röhren war Herr Daniel Scheffler aus Ostheim in Bayern. Im Kreis Bad Neustadt wird die Ausbreitung der Art schon seit einigen Jahren beobachtet. Schwerpunkt der Verbreitung ist der thüringisch-bayrische Grenzbereich. Somit kehrt die Art wieder nach Thüringen zurück. Besonders bemerkenswert ist, dass hier eine natürliche Wiederbesiedlung ohne Auswilderung beobachtet werden kann.

Das Ziel des Projektes ist der Aufbau einer stabilen Population des Steinkauzes in Süd- Thüringen. Dazu soll einerseits die bestehende Population stabilisiert werden, indem die Habitatstrukturen sowohl für die Nahrungssuche als auch für die Brut verbessert und erweitert werden. Anderseits sollen weitere geeignete Habitate für den Steinkauz ermittelt und für die Neuansiedlung des Steinkauzes optimiert werden.

Das Projekt beinhaltet Maßnahmen zur Stabilisierung der Population, die Schaffung von Voraussetzungen für die Neuansiedlung, langfristige Sicherung der Habitatstrukturen sowie Dokumentation und Öffentlichkeitsarbeit.


Das Artenhilfsprojekt des Landschaftspflegeverbandes "Thüringer Grabfeld" e.V. erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Unteren Naturschutzbehörden der Landkreise Hildburghausen und Schmalkalden-Meiningen. Das Projekt steht in Korrespondenz zu derzeit stattfindenden Steinkauz-Projekten in Bayern. Zwischen den thüringischen und bayerischen Steinkauzfreunden gibt es bereits einen regen Erfahrungsaustausch.
Junge Steinkäuze
 (Athene noctua)
Besucher
Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm "Entwicklung von Natur und Landschaft" gefördert.

Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investiert Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.
Sehr erfolgreiche Brut im Frühjahr 2012
mit 7 Jungvögeln
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Im zurückliegenden Projektjahr kann auf gute Bruterfolge und mehrere neue Steinkauzansiedlungen
in den ausgebrachten Brutröhren verwiesen werden. Die bisherigen Maßnahmen
(Pflanzung, Pflege, Mahd, Entbuschung, Röhrenausbringung) wurden mit einer sehr guten
Qualität durch die entsprechenden Auftragnehmer durchgeführt und finden in der Bevölkerung
im Verbandsgebiet hohe Akzeptanz.
Inzwischen konnte das Projekt mit der Erweiterung um 30 Gemarkungen in seine 2. Phase starten.

Brutkontrolle 2014
Pflegeschnitt an altem Obstbaum 2015
Rückschnitt einer Kopfweide 2015
Wildkamera am 13.11.2014
Folgende Maßnahmen sind 2015 geplant:
Ausbringung von 150 Brutröhren
Pflanzung 300 hochstämmiger Obstbäume, alte Sorten
Pflege von mindestens 300 alten Hochstämme und
Pflege von mindestens 30 Kopfweiden

Aktuell werden die geplanten Maßnahmen im Projektgebiet umgesetzt. Die Obstbaumpflanzungen wurden bereits abgeschlossen.


Neu im 2. Projekt ist das Anbringen zweier Wildkameras, die vorrangig als Nachweismittel dienen.
Weiterhin können wir Angaben zu Verhalten, Tagesrhythmus u. ä. unserer Käuze erhalten.
Seit Herbst 2014 betreut der LPV „Thüringer Grabfeld“ e.V. in Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde Hildburghausen, Herrn Dr. Unger eine Bachelorarbeit. Hauptschwerpunkt ist die Untersuchung der Höhlennutzung zwischen Naturhöhlen und künstlichen Nisthilfen. Weiterhin sollen die angrenzenden Habitate miteinander verglichen und bewertet werden. Hierzu wurden mit Unterstützung der der Stiftung des Vereins Thüringer Ornithologen 3 weitere Wildkameras angeschafft.
Ergebnisse 2014
Im Jahr 2014 konnten an zwei Stellen erfolgreiche Bruten mit jeweils 4 Jungvögeln verzeichnet werden. An zwei weiteren Stellen gab es ebenfalls Brutnachweise. Einmal ein Gelege mit 2 Eiern, welche jedoch nicht ausgebrütet wurden und an einer weiteren Stelle 2 Totfunde.
Zwei Neufunde 2014 in Brutröhren!!! In der Nähe von Römhild!
FALTBLATT zum PROJEKT