ENL-Projekt "Schutz und Förderung des Steinkrebses im Heldburger Unterland"
Der Landschaftspflegeverband „Thüringer Grabfeld“ e.V. betreut vom 02.05.2012 bis zum 30.09.2015 das Projekt „Schutz und Förderung des Steinkrebses im Heldburger Unterland“. Unsere Fließgewässer in Thüringen erlagen infolge der Nutzungsintensivierung und der dadurch entstandenen Kulturlandschaft einer ständigen Veränderung. Sie wurden verlegt, verkürzt, begradigt und kanalisiert. Dieses führte zu erheblichen, nachhaltigen Beeinträchtigungen und in Folge dessen zum Rückgang zahlreicher an diesen Lebensraum gebundener Tier- und Pflanzenarten.

Arten mit einer sehr engen Biotopbindung, wie der Steinkrebs (Austropotamobius torrentium), sind besonders von der Veränderung ihres Lebensraumes betroffen. Noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Steinkrebs weit verbreitet und bildete zum Teil Massenvorkommen. Heute ist er „Vom Aussterben bedroht“ (Rote Liste Thüringen: Stufe I) und zählt zu den prioritären „Arten von gemeinschaftlichen Interesse“ (Anhang II der FFH-Richtlinie), für deren Erhaltung besondere Schutzgebiete auszuweisen sind.

Der Steinkrebs besiedelt kleine kalte Flüsse in Berg- und Hügelländern (Epirithral) und benötigt als überwiegend nachtaktive Art tagsüber Versteckmöglichkeiten, um sich vor Raubtieren zu schützen. Hierbei bieten ihm Steine, Totholz und bis ans Wasser reichende Wurzelwerke die nötigen Strukturen. Insgesamt benötigt der Steinkrebs sehr naturnahe Bachläufe mit einer Vielzahl unterschiedlicher Gewässerstrukturen mit ausgeprägter Tiefen- und Breitenvarianz, wie Kolke, Stromschnellen und Mäander. Er ist empfindlich gegenüber stickstoffhaltigen Einträgen aus der Landwirtschaft und kommunalen Abwässern sowie Pestiziden.

Durch das Projekt soll der Schutz und die Förderung der Steinkrebspopulationen im Heldburger Unterland gefördert werden.

Die Maßnahmen im Projekt sind auf die Lebensraumansprüche des Steinkrebses, unter Berücksichtigung anderer schützenswerter Arten und Lebensraumtypen nach der FFH-Richtlinie, ausgerichtet. Durch strukturverbessernde Maßnahmen sowie Maßnahmen zur Flächensicherung zum Schutz der Lebensräume vor äußeren Einflüssen soll die Ausweitung der Steinkrebsvorkommen ermöglicht und ihre Abundanz erhöht werden.
Foto: Steinkrebs
(Foto LPV, 15.07.2011)
Besucher
Das Projekt wird über die Förderinitiative Ländliche Entwicklung in Thüringen, Programm "Entwicklung von Natur und Landschaft" gefördert.

Die Fördermittel werden von der Oberen Naturschutzbehörde im Thüringer Landesverwaltungsamt ausgereicht.
Hier investiert Europa und der Freistaat Thüringen in die ländlichen Gebiete.
Foto: Kolk mit Stammbuhne und Totholz in der Sohle (Foto LPV, 22.11.2012)
Foto: Anpflanzung von Bäumen und Sträuchern als Gewässerrandstreifen (Foto LPV, 06.12.2012)
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